Wir setzen uns jeden Tag für junge Menschen ein, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können. Dabei steht für uns immer das Kind im Mittelpunkt. Um jeden einzelnen jungen Menschen bestmöglich dabei zu unterstützen, seinen eigenen Weg zu finden, nehmen wir die je eigene Biografie und das individuelle Diskriminierungsrisiko in den Fokus, denn es macht einen Unterschied, ob Du in dieser Gesellschaft als Trans*Kind, als Rollstuhlfahrer*in aufwächst, welche Religion Du hast, ob Du Arabisch oder Spanisch als deine Erstsprache sprichst und ob Du in deiner Herkunftsfamilie oder einer gruppenpädagogischen Einrichtung erwachsen wirst.
Als Trägerin, die jedem jungen Menschen, der in unserer Einrichtung lebt, die Unterstützung bieten möchte, die er braucht, sind wir entsetzt angesichts der sich zuspitzenden politischen Debatte und des aktuellen Rechtsrucks.
Was noch vor Jahren unsagbar war, wird heute als normal wahrgenommen. Viele erkämpfte Rechte werden infrage gestellt. Immer mehr Menschen mit unterschiedlichen Diskriminierungserfahrungen wird das Gefühl vermittelt, nicht mehr selbstverständlich dazuzugehören.
Die Verachtung gegenüber diesen Personen ist bedrohlich für unser aller Zusammenleben und unsere offene Gesellschaft. Diskriminierung ist tödlich.
Die jungen Menschen, die bei uns leben, erreicht dieser Rechtsruck besonders heftig. Sie erleben Mehrfachdiskriminierungen.
Bei uns leben und arbeiten Menschen mit den unterschiedlichsten Biografien und Diskriminierungsrisiken. Viele Herkunftsfamilien sind dabei, ebenso wie die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen, von der aktuellen rassistischen, sexistischen und sozialchauvinistischen Stimmungsmache betroffen.
Unsere Aufgabe als Jugendhilfeeinrichtung wird es weiterhin sein, jungen Menschen neue Chancen zu bieten und dabei Ungleichheitsverhältnisse auszugleichen.
Unsere gemeinsame Verantwortung als Gesellschaft ist es, innezuhalten: Über die aktuelle Entwicklung nachzudenken und dagegenzuhalten, wenn immer weitere Grundrechte infrage gestellt werden und der Diskurs sich immer weiter gegen marginalisierte Gruppen wendet.
Sowohl im Sinne der bei uns lebenden Kinder und Jugendlichen als auch im Sinne einer offenen, akzeptierenden und lebenswerten Demokratie.




