Die kürzlich bekannt gewordenen Vorschläge aus einem internen Arbeitspapier zu möglichen Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe sowie Eingliederungshilfe erfüllen uns mit großer Sorge.
Als Träger der Kinder- und Jugendhilfe erleben wir täglich, wie essenziell verlässliche und individuell zugeschnittene Unterstützungsangebote für junge Menschen und ihre Familien sind. Sie schaffen Stabilität, ermöglichen Entwicklung und sichern gesellschaftliche Teilhabe. Die nun im Raum stehenden Einsparungen würden genau diese Hilfen massiv einschränken – mit gravierenden Folgen für Kinder, Jugendliche, Menschen mit Behinderung und das gesamte System.
Besonders kritisch sehen wir die mögliche Reduzierung individueller Hilfen zur Erziehung, Einschränkungen bei Unterstützungsleistungen für junge Menschen mit Behinderungen sowie eine Absenkung von Qualitätsstandards in Betreuung und Förderung. Darüber hinaus wären auch minderjährige Geflüchtete betroffen: Nach den vorliegenden Vorschlägen könnte die Betreuung bereits mit 16 Jahren enden. Dies hätte erhebliche Auswirkungen auf Schutz, Stabilität und Perspektiven dieser jungen Menschen. Damit droht insgesamt ein Rückschritt hinter bereits erreichte Fortschritte in Inklusion, Teilhabe und Kinderschutz.
Teilhabe ist kein Luxus, sondern ein grundlegendes Recht. Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe ermöglichen jungen Menschen, ihren Alltag in der Familie, in der Schule, im sozialen Umfeld und später im Berufsleben selbstbestimmt zu gestalten. Pauschalierungen, Deckelungen oder Einschränkungen dieser Leistungen gefährden nicht nur individuelle Lebenswege, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Gerade jetzt, in einer Zeit wachsender sozialer Herausforderungen, braucht es keine Einschnitte, sondern nachhaltige Investitionen in junge Menschen. Kinder- und Jugendhilfe ist kein Kostenfaktor, sondern eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft.
Wir appellieren an die politischen Entscheidungsträger*innen, die geplanten Maßnahmen kritisch zu überdenken und gemeinsam mit der Praxis tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Jetzt ist der Moment zu handeln.
Möglichkeiten zur Unterstützung:
https://innn.it/teilhabe-sichern-keine-kurzung




